Eine meiner Kundinnen wollte ihren eigenen Online-Shop aufbauen. Sie plant, verschiedene Produkte zu entwickeln, und möchte dafür einen richtigen Shop mit Warenkorb, in dem ihre Kund:innen mehrere Produkte gleichzeitig kaufen können.
Wir haben im Sommer also daran gearbeitet, von Ablefy zu WooCommerce umzusteigen, und kurz nach dem Launch-Start ist uns leider etwas aufgefallen:
In einer automatisierten E-Mail steckte noch ein Link zu einer Bezahlseite bei Ablefy.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie es dazu kam, wie ich das Problem mit einem kleinen HTML-Schnipsel gelöst habe und was du schon jetzt bedenken kannst, auch wenn du noch keinen Systemwechsel planst.
Inhalt
Was war passiert?
Es ging um ein Zusatzprodukt, das Kund:innen nach dem Hauptprodukt zusätzlich kaufen kaufen konnten. Die E-Mail, die dafür nach dem Kauf automatisch verschickt wird, enthielt einen direkten Link zum Produkt bei Ablefy. Es war leider kein Link auf die Website meiner Kundin, sondern direkt zum Zahlungsanbieter.
Den Link in der E-Mail konnte ich natürlich ändern. Aber wer die Mail schon bekommen hatte, behielt den alten Link. Wir hätten natürlich einfach das Produkt bei Ablefy bestehen lassen können, aber die Bestellungen haben etwas Arbeit nach sich gezogen, weil es sich um ein Versandprodukt handelte.
Warum war das ein Problem?
Über den neuen Shop ist unser Versanddienstleister automatisch angeschlossen und bekommt Bescheid, sobald ein Produkt versendet werden muss. Doch die Bestellungen über Ablefy mussten nur doch wieder händisch übertragen werden. Diese manuelle Arbeit wollten wir unbedingt vermeiden.
Ablefy bietet keine leider Option, Kund:innen direkt auf eine externe Domain weiterzuleiten, wenn man ein Produkt aus dem Verkauf nimmt. (Kann man aus ihrer Sicht auch verstehen, oder?)
Hätte ich das Produkt deaktiviert oder den Zahlungsplan auslaufen lassen, wäre der Link ins Leere gelaufen. Die Kund:innen hätten gedacht: „Dieses Produkt gibt es nicht mehr.“
Eine Option, die Ablefy bietet ist, einen Button auf die Seite zu geben. Das hätte aber so ausgesehen:

Nicht besonders schön… Und das erste Signal ist auch hier, dass es das Produkt wohl nicht mehr gibt.
Mitten im Launch wollen wir natürlich, dass alles so reibungslos wie möglich läuft. Diese Lösung konnte es also nicht sein. Wir dachten schon, dass wir das Produkt in diesem Launch einfach weiter über Ablefy verkaufen, aber dann kam mir doch noch eine Idee.
Die Lösung: Ein Redirect auf der alten Produktseite im HTML-Code
Da sich der Link über die Einstellungen bei Ablefy nicht umleiten ließ, habe ich die Weiterleitung selbst gebaut. Ich habe einen kleinen JavaScript-Schnipsel in die Produktbeschreibung der alten Bezahlseite eingefügt. Sobald jemand den alten Link anklickt und die Seite lädt, schickt der Code den Browser direkt zur neuen Adresse.
Bei unserer Kundin landen die Kund:innen im Mitgliederbereich. Dort ist das neue Produkt verlinkt und die Käuferinnen werden zum neuen Shop weitergeleitet.
Das ist der Code:
<script>
window.location.href = "https://deine-domain.de/deine-seite/";
</script>
Falls du den Code selbst verwenden willst, musst du nur noch die Adresse in den Anführungszeichen durch die Seite ersetzen, auf die deine Kund:innen künftig kommen sollen.
So baust du die Weiterleitung bei Ablefy ein
- Öffne dein altes Produkt und gehe zum Textfeld für die Produktbeschreibung auf der Bezahlseite.
- Schalte dort auf den Code-Editor um.
- Füge den Schnipsel ganz oben ein und trage deine eigene Adresse ein.
- Speichere und teste den alten Link selbst.

Wichtig: Das Produkt muss bei Ablefy aktiv bleiben. Nur dann lässt sich die Seite aufrufen und die Weiterleitung kann greifen.
Wie sieht das für deine Kund:innen aus?
Beim Klick auf den alten Link sehen Kund:innen kurz den Produkttitel. Dann greift die Weiterleitung und sie landen auf der neuen Seite. Es dauert nur einen Moment.
So richtig schön ist das auch nicht. Aber es funktioniert und wir bekommen die Bestellungen jetzt über den neuen Shop rein, und darum ging es uns.
Was du schon jetzt bedenken kannst
Wahrscheinlich planst du gerade keinen Umzug auf eine andere Plattform. Die folgenden Punkte lohnen sich trotzdem, denn alte Links tauchen auch im normalen Business-Alltag auf, zum Beispiel wenn du ein Produkt änderst oder eine Seite umziehst.
Verwende in E-Mails immer Links auf deine eigene Domain.
Wenn in deinen automatisierten Mails nur Links auf deine Website stehen, kannst du das Ziel später jederzeit ändern, ohne dass Links in bereits versendeten Mails ins Leere laufen. In WordPress kannst du dafür mit einem Weiterleitungs-Plugin arbeiten. Dann leitet deine eigene Adresse auf das Produkt weiter, und wenn sich das Produkt ändert, passt du nur die Weiterleitung an.
Prüf vor einem Launch alle automatisierten Mails, die nach einem Kauf verschickt werden.
Das gilt auch für Mails zu Zusatzprodukten, die nach dem Hauptprodukt gekauft werden können. Genau dort ist es bei uns passiert. Geh jede Mail durch und schau jeden Link einmal an.
Teste Weiterleitungen und Links selbst, auch auf dem Handy.
Nach dem Einbau einer Weiterleitung klickst du den alten Link einmal selbst an. Schau dir das Ergebnis am Computer und auf dem Handy an, denn viele deiner Kund:innen öffnen ihre Mails unterwegs.
Finde heraus, wo ein alter Link sonst noch steckt.
Ein Link steht selten nur an einer Stelle. Schau zum Beispiel auf deiner Website, in PDFs und in älteren Newslettern nach. So weißt du, welche Stellen du anpassen kannst und wo du eine Weiterleitung brauchst.
Fazit: Technik muss nicht perfekt sein, sie muss funktionieren
Dieser Redirect ist kein Kandidat für einen Schönheitspreis. Aber er hat dafür gesorgt, dass im Launch kein Link ins Leere lief und die Kundin sich um ihre Kund:innen kümmern konnte, statt immer wieder Bestellungen an den Versanddienstleister weiterzuleiten.
Auch ohne Umzugspläne kannst du heute schon einen kleinen Check machen: Wo stehen in deinen automatisierten Mails Links zu Tools von Drittanbietern, und könntest du sie durch Links auf deine eigene Domain ersetzen? Das kann dir später viel Stress sparen.
Du stehst vor einem Systemwechsel oder hast ein Website-Problem, das du nicht allein lösen möchtest?
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